Der Klang meines Körpers

Im Zeitraum vom 22.02. bis 05.03.2018 fanden Workshops zum Thema Essstörungen unter Einbezug der interaktiven Ausstellung „Klang meines Körpers“ für die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Grafing in Kooperation mit der Suchtberatung und – prävention des Gesundheitsamtes Ebersberg statt.

Essstörungen haben in den letzten Jahren zugenommen und gehören heute zu den häufigsten Erkrankungen des Jugendalters. Zwar sind Mädchen und junge Frauen deutlich häufiger betroffen als Jungen und junge Männer, dennoch zeigen auch diese immer häufiger ein gestörtes Essverhalten. Die Ausstellung wird vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) verliehen und verbindet sowohl Prävention als auch Hilfe.

Sie wurde von fünf betroffenen Mädchen in Zusammenarbeit mit einer Grafikerin und einer Musiktherapeutin aus einem musiktherapeutischen Gruppenprozess heraus konzipiert und umgesetzt. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde noch ein Jungenmodul hinzugefügt.

Die Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe hatten jeweils drei Schulstunden pro Klasse in ihrer Schule die Möglichkeit, über die sachliche Information hinaus auf sehr kreative Art und Weise persönliche Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt von betroffenen jungen Frauen und eines jungen Mannes zu erhalten. Bei dieser interaktiven Ausstellung steht nicht das Krankheitsbild im Vordergrund. Mit künstlerisch gestalteten Portraits, Texten, ausgewählten Musikstücken und individuellen Schatzkisten bzw. Lösungstafeln als Wege der Vorbeugung, Krankheitsbewältigung und Heilung wird deutlich, dass es nicht „die klassischen essgestörten Personen gibt“ , sondern jede von ihnen ihre eigene persönliche Geschichte hat. Es geht um die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Versagungsängste, Ängste nicht zu genügen, aber auch um die Wünsche und Sehnsüchte von Jugendlichen und um das, was sie stark macht. „Mir hat besonders gut gefallen zu erfahren, was die Betroffenen denken und fühlen, welche Musik sie sich ausgesucht haben und was ihnen dabei geholfen hat aus ihrer Krankheit wieder herauszukommen“, so eine Schülerin. Die Workshops wurden von der zuständigen Sozialpädagogin der Fachstelle Suchtberatung und –prävention des Gesundheitsamtes, Frau Anja Röhrig, fachlich begleitet und in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin Frau Linda Summer-Schlecht und der zuständigen Lehrkraft für Essstörungen Frau Hilke Hangen durchgeführt. An zwei Nachmittagen wurde die Ausstellung für Eltern und die Lehrer der Schule geöffnet. Dabei konnten diese auch erfahren wie mit den Jugendlichen im Rahmen der Workshops gearbeitet wird.

Informationen zum Thema, über Beratungsmöglichkeiten und Präventionsangebote erhalten Sie bei der Fachstelle für Suchtberatung und -prävention im Gesundheitsamt des Landratsamtes Ebersberg unter der Tel.: 08092/823-539, E-Mail: suchtberatung@lra-ebe.de, Homepage: www.suchtlos-ebe.de

(Anja Röhrig)