Als Umweltschule ausgezeichnet ***

Die Nachricht kam mitten in den Sommerferien: Auch für das Schuljahr 2016/17 wurde das Gymnasium Grafing als „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21– Schule“ mit drei Sternen, also auf der höchsten Ebene, ausgezeichnet.

Wie haben wir uns diese Anerkennung verdient?

Wir waren in zwei Handlungsfeldern aktiv:

Global denken - lokal handeln hieß das erste. Dieser Grundsatz der Agenda 21-Bewegung beschreibt passend unser Konzept, nachhaltiges Handeln vor Ort zu realisieren, also innerhalb der Schulgemeinschaft, die wiederum über das Bildungsteam der Energieagentur Ebersberg mit der lokalen politischen Ebene vernetzt ist. So unterstützte uns Herr Gröbmayr, der Leiter der Energieagentur, bei der Durchführung des „Energiewendetages“. Der Energiewendetag informiert die Schüler 11. Jahrgangsstufe über die Zielsetzung, die Möglichkeiten und den Stand der Realisierung einer 100%ig regenerativen Energieversorgung im Landkreis.

Zudem ergab sich eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den EbersbergerKlimaSchulen, einer Gruppe von umweltbewussten Landkreis-Schulen, die von den Mitarbeiterinnen des Bildungsteams zusammengeführt worden sind und tatkräftig unterstützt werden.

So übernahm dieses Bildungsteam die Schulung unserer Energiescouts. Die dreißig Scouts leiten ihre Klassen zu ressourcenschonendem Verhalten an, haben aber auch einen wachen Blick für ökologische Defizite im Schulalltag, erarbeiten Lösungsansätze und führen Projekte gemeinsam mit dem Wahlkurs „Klimaschutz“ durch.

Das durch „Imbiss-Tourismus“ entstandene Verpackungsmüllproblem, das auch durch die geringe Akzeptanz der Mensa bedingt ist, gingen die Energiescouts mit einer Erhebung von Schülerwünschen an den Mensabetreiber an und sammelten zu Demonstrationszwecken drei Tage lang den Imbissmüll und deponierten ihn im Eingangsbereich des Altbaus. Im Vorfeld hatte „Der recycelte Zauberlehrling“ das Leben „im Überfluss“ beim Frühlingskonzert in künstlerischer Form angeprangert.

Auf unsere Initiative hin schloss sich der Landkreis im Juli erstmalig der Aktion STADTRADELN des Klima-Bündnisses europäischer Kommunen an, an dem wir uns als Team GG beteiligten. Mit 168 Teammitgliedern haben wir unser Ziel, das Fahrrad als klimaneutrales Fortbewegungsmittel ins Bewusstsein zu rufen, bravourös erreicht und sind landkreisweit die mit Abstand längste Strecke geradelt, nämlich 24 731 Kilometer. (Wieder daheim)

Am „Tag der offenen Tür“ propagierten wir in unserem Klima-Café mit einer Info-Tafel und leckerem, selbstgebackenem Kuchen klimafreundliche Ernährung . Der Kaffee stammte selbstverständlich aus fairem Handel.

Fair gehandelt und klimaneutral produziert ist auch die Gute Schokolade, die wir bei beinahe allen Schulveranstaltungen anbieten. Unter anderem dadurch auf uns aufmerksam geworden, lud unser Wahlkreisabgeordneter drei Schüler/innen zu einem Fachgespräch des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung nach Berlin ein. Ihren Antrag, illegale Holzimporte nach Deutschland durch Verstärkung der Kontrollen und dramatische Straferhöhung zu unterbinden, versprachen die Abgeordneten zu unterstützen.

So schließt sich der Kreis: Globales Denken führt über lokales Handeln zu globalen Effekten: Das gilt auch für unseren Klimawald, der durch den Schokoladenverkauf und aufgrund von Spendenaktionen auf mittlerweile 1177 Bäume angewachsen ist.


Im zweiten Handlungsfeld stellten wir unser Bienenprojekt vor.

Es startete im Januar 2016, als ein Oberstufenschüler seine beiden Bienenvölker unserer Schule anbot. Angesichts der aktuellen Gefährdung der Honigbiene hielten wir es für umso wichtiger, Schülerinnen und Schülern in einem Wahlkurs die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung der Bienen bewusst zu machen und über ihre Lebensweise und ihr Sozialverhalten zu informieren. Der Schwerpunkt des Wahlkurses sollte jedoch auf den praktischen Pflegearbeiten an Bienenvölkern liegen.

Diese begannen in der Zeit der Winterruhe mit der Instandsetzung und dem Bau von Nisthilfen für Wildbienen und mit der Planung der Aussaat von Trachtpflanzen als Nahrungsgrundlage von Bienen.

Die Gefährdung der Honigbiene wurde uns im März dramatisch vor Augen geführt, als wir den Tod unserer beiden Bienenvölker feststellen mussten. Auch hinzugezogene Experten konnten die Ursache nicht klären. Wie aber das Projekt fortsetzen?

Wir hofften auf die Anziehungskraft Wildbienennisthilfen und der Trachtpflanzen. Da kam uns der Zufall zur Hilfe: Einem Kollegen gelang es, zwei Bienenvölker einzufangen.

Damit war unserer Problem gelöst: Selbst der Honigverkauf beim Sommerfest konnte stattfinden. Aber das ökologische Problem bleibt bestehen.

(Christina Niedermayer)